Am Wochenende waren Karsten und ich bei den Drupal Dev Days für die Niederlande und Belgien im holländischen Örtchen Leusden. Organisiert war die Veranstaltung von Dutch Open Project, namentlich Bert Boerland und Rolf van de Krol.
Nachdem wir uns zuvor an der Schönheit zahlreicher Baustellen erfreuen durften, die wir mit moderaten Geschwindigkeitsüberschreitungen hinter uns ließen, sind wir schließlich am Samstagnachmittag in Leusden angekommen. Dort haben wir noch etwa eine Stunde damit verbracht, das hervorragend versteckte Haus zu finden: Es ließ sich nur über einen Radweg erreichen, der für Autos eigentlich gesperrt ist. Das System bei der Vergabe der Hausnummern war auch nicht so leicht durchschaubar, so dass man uns auch in der Nachbarschaft nicht weiterhelfen konnte.
Dort angekommen waren wir wohl die spätesten Gäste, denn im Garten waren schon viele Zelte aufgebaut und die meisten Teilnehmer waren bereits voll in die Arbeit mit Drupal vertieft.
Wenig später ging es dann um das noch sehr junge, aber mächtige Modul Hansel breadcrumbs, benannt nach Gretels Bruder und entwickelt von Maurits Lawende. Damit lassen sich einfache bis komplexe Regelsätze erstellen, mit deren Hilfe man Breadcrumbs flexibel schreiben kann. Ohne ein ausgeprägtes Verständnis von Logik dürfte der Einsatz aber schwierig sein. Daher hatten mehrere DDD-Teilnehmer an einer UI gearbeitet und außerdem einen Default-Regelsatz entwickelt, der verhindern soll, dass bspw. die herkömmlichen Admin-Breadcrumbs verschwinden, denn die Breadcrumbs müssen von Grund auf neu geschrieben werden. Diese Modulerweiterungen wurden am Nachmittag den kritischen Zuhörern präsentiert.
Gegen Abend gab es abwechslungsreiches Essen vom Grill. Obwohl Rolf sich selbst als Grill-Amateur bezeichnet hat, haben er und alle anderen die Aufgabe des Master of Barbecue mit Bravour erfüllt. Zeer lekker! Und persönlich habe ich mich gefreut, endlich auch Thomas und Rene kennen lernen zu können. Letzterer hat mir netterweise auch mit einem seiner Schlafsäcke ausgeholfen.
Am Abend gab es einen Skype-Chat mit Morten, der fleißig die Werbetrommel für die DrupalCon in Kopenhagen gerührt hat. Wer immer dies liest: Wenn Du noch kein Ticket für Kopenhagen hast, kauf Dir eins! Leider gab es die üblichen technischen Probleme mit Skype.
Am Sonntagmittag war es das Ziel, die Anzahl der offenen Issues im Issue-Tracker von Views zu verringern. Die geplante Vorgehensweise hierbei war, ältere Tasks daraufhin zu prüfen, ob sie nicht längst obsolet sind oder Patches enthalten, die unbedingt verwendet werden sollten, etc. Es ging also weniger um die eigentliche Entwicklung, sondern eher um die Verwaltung der Issues. Dabei war angedacht, dass gleich eine größere Anzahl von Personen den neuen Status bestätigt, um der Sache gegenüber dem Maintainer Nachdruck zu verleihen.
Allerdings frage ich mich, ob es zwingend nötig ist, dass so viele Personen sich mit denselben Issues befassen, oder ob es nicht effizienter ist, in z.B. Dreiergruppen zu arbeiten. Das zweite Problem ist natürlich, dass es bei einem Modul wie Views selbst mit reichlich Manpower praktisch unmöglich ist, gegen die unglaubliche Masse an Issues anzukommen.
Karsten hat schließlich vor einer kleinen, aber sehr interessierten Zuhörerschar seine Session über SimpleTest und Selenium gehalten. Was darin offenbar noch fehlt, ist eine kleine praktische Vorführung. Die gibt es dann sicher bei der nächsten Gelegenheit, hoffentlich schon in Kopenhagen.
Mit vollem Magen haben wir uns schließlich auf den Weg nach Hause gemacht und konnten unterwegs sogar noch fünf der sechs Tore vom deutschen 4:1-Sieg über England sehen.
Nochmals vielen herzlichen Dank für die Organisation und Gastfreundschaft an Rolf und Bert, die vermutlich auch das Spitzenwetter geordert haben :-) Hartelijk dank!



















