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Twitter - und wie man es nicht praktizieren sollte.

Von einem Geschäftsfreund erhielt ich neulich die Leseempfehlung zum Thema "Twitter Marketing"

Da ich zur Zeit in Twitter eher noch herein schnupper und mir noch nicht so sicher bin, was ich damit anfangen soll, habe ich das Handbuch von vorn bis hinten durchgelesen.

Um es gleich vorweg zu nehmen - ich fand es UNTERTRÄGLICH.
Abgesehen von der - selbst für Web-Maßstäbe - sehr penetranten Eigenwerbung ist die unverhüllte Botschaft:

  • Ich interessiere mich einen Dreck für die Tweets der Leute, denen ich vorgebe zu folgen.
  • Mich interessieren lediglich Techniken, wie ich die Zahl meiner Follower so schnell so weit maximieren kann, dass mein Account gerade eben nicht in Gefahr läuft, geschlossen zu werden.

Dafür werden unter anderem Programme vorgestellt, die genau dies leisten:
Wie hänge ich mich automatisiert an möglichst viele Follower und beende diese Beziehungen nach 4-5 Tagen ebenfalls automatisiert, wenn sie mir bis dahin nicht ebenfalls folgen. Und all dies, ohne deren Tweets auch nur ein einziges Mal gelesen zu haben!

Wenn das wirklich alles sein soll, bin ich davon überzeugt, dass diese Welt ohne Twitter besser auskommt.

Lieber Geschäftsfreund,
sei mir nicht böse, aber was um aller Welt bringt Dich dazu, so etwas zu empfehlen?

Kommentare

War es wirklich eine

War es wirklich eine Empfehlung der positiven Art? Immerhin lernt Homo sapiens doch gerade aus Fehlern, von schlechten Beispielen. So ist das verlinkte Handbuch auch eine sehr gute Illustration dafür, wie Bücher - gedruckt oder elektronisch - nicht layoutet sein sollten. Das Werk ist ein Denkanstoß, nicht mehr und nicht weniger.

Klar ist, die Jungs und Mädels, die das Profi-Twitter Handbuch verbrochen haben, denken noch in schlechten alten Werbekategorien, bei denen es auf Masse ankommt [klar, Maschinengewehre treffen immer, wenn sie in eine Menschenmenge gehalten werden], nicht auf Ehrlichkeit, Authentizität und Treffsicherheit. Wenn ein Werber von 'Punktlandung' oder 'auf den Punkt bringen' schwafelt, ist es meist ein hilfloser Versuch, seine eigene Naivität und Unwissenheit zu verbergen. Wie der Philosoph und Sprachforscher D.A. Wien mal schrieb: 'Worte eignen sich nicht als Versteck; Worte entlarven.'

Twitter ermöglicht den Anwendern, ohne hohe Kosten - nicht nur gemessen an Geld, sondern auch Zeit und Aufwand - schnell unmittelbar zu kommunizieren. Es ist nicht zielgerichtet, es ist nicht wohlüberlegt, es ist nicht durchrecherchiert. Es ist menschlich, womit es Authentizität schafft. Twitter ist ein einfacher Weg, sich mitzuteilen, sich als Persönlichkeit zu positionieren, ohne dabei [anonyme] Distanz aufgeben zu müssen.

 

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