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Social Media | Twitter | Vernetzung | Spezialisierung

Gestern gab es auf dem XING Cross Table Dinner von Joachim Rumohr im Hotel Mazza natürlich wieder drei Vorstellungsrunden für alle Teilnehmer. Die Events funktionieren so, dass jeder seine drei Gänge an unterschiedlichen Tischen mit jeweils fünf zugelosten Personen einnimmt: kulinarisches Business Speed-Dating.

Üblicherweise beginnen die Gespräche mit einer Vorstellungsrunde der Teilnehmer am Tisch. Bei diesen Veranstaltungen ist ein ganz anderes Publikum vertreten als auf den "üblichen" Community-Events wie Webmontagen, UserGroup-Treffen und anderen. Es fällt auf, dass sehr wenig getwittert wirde. Die Leute sitzen ohne Notebooks und Handys an den Tischen und reden miteinander. Kennt man gar nicht mehr ;-) Ich glaube, die Veranstaltung besitzt nicht mal ihren eigenen Hashtag...

Was macht die comm-press?
Wir erstellen Social Media Websites mit Drupal.
Was ist denn Social Media?
So, Twitter und so.
Mein Gott, das braucht doch kein Mensch!

Stimmt - eigentlich braucht das kein Mensch. Oder etwa doch?

Social Media = Twitter und Konsorten?

Um Social Media kochen zur Zeit die Emotionen hoch. Auf Vorträgen wie "Social Media - Heiße Luft oder enormes Potential?", wird das Thema von den Teilnehmern hitzig und kontrovers diskutiert. Da gibt es hippe Unternehmen, die erklären, dass sie Social Media machen. Und es gibt PR-Leute, die sich davon bedroht fühlen und um ihren Job fürchten. Was also ist dieses berüchtigte "Social Media". Wikipedia erklärt, dass es im Grunde nichts anderes als User Generated Content ist. Web 2.0 also. "Die Leute" lesen nicht mehr nur, was Unternehmen und Zeitungen publizieren, sie kommen im Netz selbst zu Wort. So einfach.

Was bedeutet das aber für uns? Brauchen wir Twitter?

Ich habe erst vor eineinhalb Jahren angefangen mich mit Twitter zu beschäftigen. Anfangs war ich sehr skeptisch. Der Informationsgewinn, der darin liegt von Politikern getwittert zu beommen, dass sie gerade am Gartenteich drei Frösche gesehen haben, wollte sich mir nicht so recht erschließen. Egal. Ich habe mir einen Account eingerichtet. Natürlich habe ich auch ein "Hallo ich bin jetzt auch hier" abgesetzt, mich im Grunde aber zurückgehalten. Vorsichtig habe ich begonnen, dem einen oder anderen zu folgen. Anfangs eher aus Höflichkeit, wenn mir jemand folgt, später, nachdem ich entdeckt habe, dass es Leute gibt, die auch interessante Dinge twittern. News über Drupal. Neue Module. Was auch immer...

Mittlerweile bin ich immer noch kein exzessiver Twitterer geworden - in meinen beiden Accounts pflege ich vergleichsweise kleine Netzwerke von knapp hundert Followern. Was hat sich für mich durch Twitter geändert?

Früher habe ich morgens im Büro zuerst meine beiden Nachrichtenseiten Spiegel.de und Heise.de aufgerufen und geschaut, was mich interessiert. Irgendwann vor drei Monaten habe ich überrascht an mir beobachtet, dass ich diese Seiten kaum noch besuche. Statt dessen schaue ich kurz in Twitter und FaceBook. Facebook nervt mich mittlerweile zunehmen mit seinen Apps, aber das nur am Rande...

Es ist also nicht nötig, den ganzen Tag mit Twitter und Consorten zu verbringen. Mit Spiegel online etc. habe ich früher auch nicht den ganzen Tag verbracht. Wo liegt also der Unterschied? Soziale Netzwerke vermitteln Vertrauen - "Trust". Meistens besteht eine Twitter-Botschaft - eine Statusmeldung oder sogenannter "Tweet" - aus einem Satz, ein paar Schlagworten und einem Link. So ist meine "TimeLine" - die Liste der Statusmeldungen aus meinem Netz - nichts anderes als eine kommentierte Linksammlung. Ich überfliege kurz, ob mich etwas interessiert - falls ja, folge ich der Seite - falls nicht, auch nicht schlimm. Das besondere bei Twitter liegt in der Zusammenstellung bzw. Aufbereitung der Inhalte. Im Grunde ist dies nichts anderes als ein RSS-Feed.

Trust und Dynamik im Netzwerk

Ich folge Personen und ich folge Themen - den sogenannten "Hashtags". Hashtags sind Schlagworte, die durch Twitter automatisch mit einer Suche nach denselben verlinkt werden, wenn sie ein "#" vorangestellt bekommen. Über die Themen entdecke ich den einen oder anderen interessanten Tweet, schaue mir den Twitterer an und folge ihm, wenn mich seine Inhalte interessieren oder mir seine Art gefällt. Auf Veranstaltungen wie z.B. den Drupal Dev Days habe ich etliche neue Twitterer "kennen gelernt" denen ich folge oder die mir folgen.

Im Gegensatz zu Nachrichtenmagazinen finde ich in meiner Timeline nur Links von Personen, die mich interessieren. Ich vertraue diesen Empfehlungen. Wenn einzelne Twitterer meine Themen dauerhaft verfehlen, "entfollowe" ich sie. Schönes Wort, oder? ;-)

Über andere Kanäle wie z.B. XING lässt sich schauen, welche Person in der realen Welt hinter dem Account steckt. Dort kann man sich ebenfalls vernetzen. So entsteht eine allmählich tiefergehende Verflechtung, die einen wichtigen Teil für eine Vertrauensgrundlage zum realen Aufeinandertreffen oder sogar einer geschäftlichen Zusammenarbeit darstellt.

Spezialisierung durch Vernetzung

In der dritten Vorstellungsrunde habe ich festgestellt, wie unsere Vernetzung zu einer Spezialisierung geführt hat. Dessen war ich mir vorher noch nicht so bewusst.

Vor nicht allzuvielen Jahren hätten wir jede Frage nach "Macht Ihr dies?" mit "Ja" beantwortet. Klar machen wir das!
Innerlich kurz überschlagen: Ok - in diesem Gebiet kennen wir uns nicht so gut aus. OK - der Job wird sicher länger dauern. Gut - wir müssen Zeit einplanen, damit wir im vorgegebenen Zeitfenster fertig werden.

Wir haben dann die dreifache Zeit berücksichtigt, wie wir den Job einschätzen. Hinterher bringt uns das aber weiter, weil wir breiter aufgestellt sind und ergo Kunden besser bedienen können. So haben wir uns immer weiter verbreitert... Die Jobs haben alle auch ein wenig länger gedauert. Schwamm drüber - wir haben es hinbekommen.

Durch unsere rege Teilnahme an Community-Events aller Art lernen wir ständig neue Personen kennen. Dann und wann kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn man merkt, womit sich andere Leute beschäftigen. Mitunter tun sich dort Welten auf. Wir haben in Search-Enging-Marketing-Strategien geschnuppert - dagegen sind wir Waisenknaben. Sicherlich nicht alles White-Head, aber es bringt eine Menge Traffic... ;-)

Im Bereich Hosting haben wir gerade eine eigene Spieleplattform - eine unserer trafficstarken Seiten - an einen Spezial-Hoster übergeben. Die Seite lief bislang auf einem Multihost-Server. Dies hat weder der Seite noch dem Server gut getan. In München haben wir uns mit Jochen Lillich unterhalten - einem Anbieter für Drupal Hochverfügbarkeits Hosting. Wen es genauer Interessiert: Keywords von Freistil-Consulting sind Clouded Hosting, Virtualisierung und Ausfallsicherheit durch Redundanz. Gefühlt läuft die Plattform mindestens sechs Mal so schnell. Genauere Messungen werden wir sicherlich in nächster Zeit noch nachschieben. Im Moment sind wir froh, dass alles so gut klappt und wir wieder mehr Zeit für unser eigenes Business haben: der Erstellung von Social-Media Sites auf Basis von Drupal.

So schließt sich der Kreis wieder zurück zur Vorstellungsrunde.

Auch zu Jochen begann der Kontakt zuerst über Twitter, einer Teilnahme an seiner Session auf den Drupaletics in Essen und natürlich XING. Am Ende steht eine Partnerschaft, die nicht Wettbewerb ist sondern Win-Win-Situation für zwei vertikal aufgestellte Drupal-Anbieter. Genau so, wie empfiehlt Robert Douglass dies in seinem Vortrag über neue Geschäfts-Perspektiven mit Drupal empfohlen hat: weggehen vom "Wir-hosten-designen-entwickeln-supporten-und-übernehmen-sowieso-alles-fuer-Sie".

Zu guter Letzt

Habe ich noch etwas vergessen?
Na klar: den Beitrag gleich zu twittern...

Im Anhang noch einige Bilder von der Preisverleihung an die XING AG auf dem Event Cross Table Dinner durch "Land der Ideen", von der Unternehmen für Ihre kreativen und innovativen Ideen an 365 Tagen im Jahr ausgezeichnet werden.

Social Media | Twitter | Vernetzung | Spezialisierung
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Social Media | Twitter | Vernetzung | Spezialisierung
Social Media | Twitter | Vernetzung | Spezialisierung
Social Media | Twitter | Vernetzung | Spezialisierung
Social Media | Twitter | Vernetzung | Spezialisierung

Kommentare

Wir sind Cyborgs!

Wir verwenden diese Technologie nicht mehr an wie einen Hammer, den man ab und zu aus dem Schrank holt, sondern wir integrieren sie immer mehr als tragenden Bestandteil in unser Leben. E-Mail ist für uns nicht "Das, was früher mal Fax war" und Twitter ist für uns viel mehr als "der Dienst, auf dem man bekanntgibt, wenn man aufs Klo geht".

Dadurch wird aus dem anfänglich nur technischen Unterschied ein kultureller und soziologischer. Kris Köhntopp beschreibt das auf deutsch (http://blog.koehntopp.de/...), Danah Boyd auf englisch (http://www.zephoria.org/t...).

Deshalb hat Karsten völlig Recht: Wir brauchen ein t9n-Modul für die Anderen.

Nerd events

Tja, das ist halt das Problem wenn man Kontakt zu offline Leuten hat. "Du machst was im Internet? Wozu? Wie jetzt?". Das verstehen die nach dem dritten mal immer noch nicht. Ich finde es macht einfach keinen Sinn mehr solchen Leuten das zu erklären.

Sei nicht so hart :-)

Hallo Axel,

wir müssen einfach noch besser darin werden, unseren Kunden zu erklären, wie das Netz funktioniert. Wie Karsten eben so schön schrieb:

"Drupal means Communication. Everything else is a Website."

Sei nicht so hart zu den armen "Offlinern" ;-)

Grüße,
Ralf

Ich komme vom Planeten Drupal

Ich wollte ja eigentlich meinen eigenen Artikel verfassen, aber Ralf war mal wieder schneller. Für mich war das gestern alles recht ähnlich. Ich wollte nicht Nerd, nicht Tecci sein. Also war mein Gedanke "Erzähl etwas von Kommunikation". Geklappt hat das so gut, dass ich dachte, ich bin ein blauer tropfenförmiger Ausserirdischer und spreche eine andere Sprache. Nicht das die Leute desinteressiert waren. Ich wurde schon mit großen Augen angesehen und gefragt, was das alles sollte.

"Du machst also Websites?" "Ja, aber noch viel mehr als das. Ich versuche die Kommunikation im Unternehmen und nach Aussen zu fördern und zusammen zu bringen" "Ja eine Website" "Es geht darum, dass du dich nicht versteckst, sondern mit den Menschen über das Internet kommunizierst. Also Social Media produzierst und nicht einfach eine Website" "Also machst du doch Websites".

Keiner hat verstanden, dass Internet Kommunikation bedeutet. Wäre ich als Tecci aufgetreten, hätten sich alle etwas darunter vorstellen können. Da ich aber davon gesprochen habe, dass Drupal ein Prinzip zur Zusammenarbeit ist, hat mich keiner verstanden. Ich dachte, das sind einfachere Begriffe und das sind sie wohl auch. Aber keiner versteht den Zusammenhang. Web ist Komsum und irgendwie komisch. iPhones hatten da viele. Aber Twitter? Der Abend hatte keinen Hashtag, das bin ich gar nicht mehr gewohnt.

Es gab auch die Diskussion mit einer Bestatterin und ich sagte, dass Nachrufseiten schon beliebt sind und ich es schade finde, dass meine Angehörigen nichts hinterlassen habe. Es gab dann ziemlichen Aufruhr, dass ich das gesagt hatte. Natürlich  haben meine Großeltern etwas hinterlassen. Nur nichts im Netz. Dass ich mich freuen würde, dass das Internet auch ein Gedächtnis an alle Menschen sein sollte und das nicht, um sie besser zu bewerben, traf auf nicht viel Verständnis.

 

Von daher war das gestern ein toller Abend. Ich muss lernen nicht nur Drupalisch zu reden und verstehen, wie ich diese Menschen erreiche. Es ist etwas komplett anderes als in den Internetveranstaltungen zu sein. Aber auch recht anstrengend. Ich hoffe einfach die richtigen Worte zufinden. Gestern hatte ich sie nicht.

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