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Mission "Ärsche in Raumschiffen": Drupal auf dem Community-Camp Berlin

Mission "Ärsche in Raumschiffen": Drupal auf dem Community-Camp Berlin

Am 30./31.10. fand in Berlin das diesjährige Community-Camp wieder in der Cimdata Medienakademie statt. Nach meiner letztjährigen Teilnahme ein absolutes Muss – ich konnte Alexander Bentz und Carsten Rhein begeistern, so sind wir von comm-press zu dritt "angetreten".

Die Eröffnungsrunde hat gezeigt, dass Drupal für das Community-Camp ein Seitenthema darstellt. Bemerkenswert war dabei aber, dass Drupal von etwa zehn Teilnehmern als Thema genannt und neben Drupal kein anderes System erwähnt wurde.

Mission "Ärsche in Raumschiffen": Drupal auf dem Community-Camp Berlin

Die Saalwette: "Ärsche in Raumschiffen"

Das Experiment: community-driven rapid Prototyping.

Die Wette: Wir bauen innerhalb einer Stunde zu einem aus dem Kreis der Teilnehmer vorgegebenen Thema eine Drupal Site auf, an der sich User mit Twitter anmelden und eigenen Content veröffentlichen können.

Die Umsetzung: live und unconferenced – komplett ungetestet und ohne jeden doppelten Boden...

Am Freitag pünktlich um 16:50 Uhr hatte ich meine Präesentation fertig und per Mail in die Runde geschickt. Ab auf die Autobahn und auf nach Berlin. Um 23:50 erreichte mich ein Vorschlag von Stephan und Leon: super aufgemacht und extrem inspirierend. Das Problem war bloß, dass sie nicht so recht zu meinem Leitfaden passte.

Samstag früh haben wir uns für ein Moderations-Ping-Pong zwischen Stephan und mir entschieden: Stephan moderiert an und ich übernehme den sachlichen Teil der Drupal Vorstellung.

Ohne Powerpoint-Karaoke-Training war ich zunächst nur komplett verunsichert und habe meine ersten beiden Folien irgendwie von der Leinwand herunter gestammelt. Furchtbar! Als sich die Erde aber nicht wie gewünscht unter mir auftat um in ihr versinken zu können, gelang es mir doch noch mich zu befreien und in den Freisprech-Modus zu wechseln. Ein echter Gewinn, denn von da an hat es irrsinnig Spaß gemacht. Stephan hat souverän co-moderiert und zwischenzeitlich immer wieder die Rückkopplung zu Ronalds Site-Building Fortschritten hergestellt: "So – Ihr könnt Euch jetzt mit Twitter anmelden", "Legt jetzt bitte Eure Bands an", ...

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Let´s rokr – Aufgabenstellung: "Umweltschutz und Music-Bands"

Als Thema haben uns die Teilnehmer "Music-Bands und Umweltschutz" vorgegeben. Anhand des Themas konnte ich den Theorie-Teil anschaulich machen indem  wir gemeinsam mit den Teilnehmern passende Content-Modelle diskutiert haben.

Ronald ließ sich auch von "dreisten Provokationen" ("ist dann auch ein Shop mit dabei?", "Können wir StudyVZ klonen?" ...) nicht aus der Ruhe bringen und hat innerhalb einer Stunde ein System aus dem Stand aufgesetzt und so weit konfiguriert, dass wir am Ende User-Generated-Content auf der Seite hatten. Stephan ließ die Teilnehmer dann darüber abstimmen, ob wir unsere Wette geschafft hätten: wir brauchten keine Kiste Bier zu besorgen...

Irgend jemand meinte sogar wir wären mit der Seite bereits auf Wikipedia. Ich habe dies aber nicht überprüft.

Mit Ronald Krentz, Stephan Luckow und Leon Bayer hatte ich super Team-Player an meiner Seite. Herzlichen Dank, Ihr drei!!

Die Auflösung für "Ärsche in Raumschiffen" möchte ich hier noch nicht verraten. Wir arbeiten noch an einer Fortsetzung "Ärsche in Raumschiffen reloaded" auf dem BarCamp am 12./13.11. in den Räumen von Otto Versand in Hamburg. Abwarten, wie wir die Wette noch erschweren können...

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Meine Lernerfahrungen daraus?

Präsentation

Unbedingt mit zwei Versionen arbeiten: eine inspirierende Präsentation für den Beamer entwerfen und eine stichwortartige Parallel-Version am Notebook als Leitfaden verwenden. Am besten beide Bildschirme nicht im Synchron-Modus laufen lassen. Cool wäre es, mit dem Pointer gleichzeitig beide Präsentationen durchblättern zu können.

Ankündigung

Mit unserem Versuch, eine Drupal-Performance nicht-technisch aufzuführen, sind wir über das Thema hinausgeschossen. Der Begriff "Ärsche in Raumschiffen" war jedem haften geblieben. Aber da war doch auch von einer Drupal-Session die Rede – wann kommt die denn dran?
Tja – "Ärsche in Raumschiffen" war die Drupal-Session – das habe ich nicht deutlich genug angekündigt. Viele haben es nicht mitbekommen.

So haben wir am Sonntag noch eine zweite Session zu Drupal angeboten. Diesmal als offenen Fragen-Workshop.

Drupal-Workshop: Lernerfahrung aus einer 45-Minuten Fragen-Session

Eine Session über Drupal zu halten ist im Grunde eine dankbare Aufgabe. Die eigene Begeisterung als Vortragender überträgt sich wie von selbst auf das Publikum. Aber wie lässt sich aus einer Session das Maximum heraus holen? Dass die Teilnehmer nicht nur merken, hey, das macht irre Spaß, sondern dass sie mit neuen Ideen und mit Antworten auf ihre Fragen aus der Session gehen?

Drupal stellt auf dem Community-Camp ein Seitenthema dar. Außerdem fand die Session noch im letzten Zeit-Slot statt. Ich hatte also keine Gefühl, wie viele Camper am Sonntag nachmittag noch Interesse für ein technisches Thema aufbringen.

So habe ich mich sehr gefreut, dass sich mit etwas Verspätung rund fünfzehn Teilnehmer eingefunden hatten. Sechs Drupaler aus dem deutschen "Community-Core", zwei Projektbetreiber und einige weitere an Drupal Interessierte.

Wir haben mit einer Vorstellungsrunde begonnen – wer besitzt welche Drupal-Vorkenntnise und welche Fragen stehen im Raum. Teilweise uferte schon die Selbstdarstellung aus, es wurden Fragen nicht klar beantwortet ( – oder hat bloß jemand die falsche Frage zur richtigen Antwort gestellt? ;-) – ) und es wollte jemand aus dem Publikum die Regie übernehmen. Zwischenzeitlich chaotisch – aber im Ganzen hoffentlich dennoch informativ.

Als wichtige Lernerfahrung habe ich aus der Session mitgenommen, dass Fragen nie für sich allein genommen beantwortet werden können. Es ist wichtig zu sehen, vor welchem Hintergrund der oder die Fragende fragt. Hier sind wir wieder bei den Fragestellungen der Marketing-Gruppe des D7-Sprint-Camps:
Fragt jemand als Anwender, Entscheider, Designer oder Entwickler? Dementsprechend muss die Antwort ausfallen!

Bemerkenswert, wie sich die Community-Management-Themen des Camps in der eigenen Session am Ende wiederholt haben: Als Moderator einer kleinen 45 Minuten Session sah ich mich plötzlich vor die selben Aufgaben eines Community-Mangers gestellt: mit unterschiedlichen Wissens-Hintergründen der Teilnehmer umzugehen, Moderations-Bedarf bei ausufernder Diskussionen rechtzeitig zu erkennen, Fragen richtig verstehen und mit Trollen umzugehen.
Ich dachte immer, ich bin kein Community-Manager? Doch! Im wirklichen Leben stellen sich die selben Fragen wie in Communities ;-)

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Und sonst noch? Eindrücke aus weiteren Sessions

Leider müsste man sich teilen können, um alle interessanten Sessions "mitnehmen" zu können. Verpasst habe ich unter anderem die Sessions von Susanne Lämmer zur Ikea-Family-Community, 165 Tools von Oliver Überholz  sowie "Communities go mobile" von Vesna Gudlin.

Die Selbsterfahrungsgruppe von Tom Noeding muss ebenfalls der Hammer gewesen sein: Vom Umgang mit Psychos und Trollen in Communities.

Hier also ein paar Eindrücke von mir ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Corporate-Blogs

Sascha Klein hat eine sehr interessante Session zu Corporate-Blogs gehalten. Dabei hat er auf eine Powerpoint-Präsentation verzichtet, hat frei gesprochen und angeregte Diskussionen unter den Teilnehmern statt finden lassen. Es wurde kontrovers über die aktuelle "ChefTicket" Facebook-Kampagne der Deutschen Bahn diskutiert - und genauso kontrovers auch darüber, ob man überhaupt die ChefTicket-Kampagne der Deutschen Bahn hier diskutieren sollte. Ein desillusionierter Kommentar dazu: "Unternehmen wollen doch gar nicht mit ihren Kunden kommunizieren. Sie tun das nur, weil sie müssen." Bemerkenswert!

Vielleicht waren es einige auch Leid, für Mißerfolge Ihrer Kunden – und damit indirekt für ihre eigenen Projekte – "gebasht" zu werden: Neben der "üblichen" Twitter-Berichterstattung enthielt der Stream zur Session Kommentare wie "Langweilig" und "Ach, wäre ich doch shoppen gegangen". Meines Erachtens entsprach dies in keinster Weise der spannenden Session. Ich hatte eher den Eindruck, dass sich anwesende Social-Media-Berater auf den Schlips getreten fühlten.

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Roland Panter hat von Glaubwürdigkeit als Währung für Social Media gesprochen. Für mein Empfinden ein interessanter Ansatz, der auf die Authentizität von Corporate Blogs und Corporate Social Media abzielt. Es kommt auch darauf an, Risiken zutreffend einschätzen zu können. Offenbar gibt es Beispiele, in denen Unternehmen sozialmedial "daneben gegriffen" und einen sogenannten "Shitstorm" – einen öffentlich geführten digitalen Sturm der Entrüstung – geerntet haben. Wenn Unternehmen daraus lernen und sich zukünftig besser verhalten können, ist dies nach kurzer Zeit vergessen und das Unternehmen steht besser da als zuvor.

Auf jeden Fall eine sehr spannende Diskussion und meines Erachtens sehr mutig von Sascha, den Erfolg und die gängige Praxis von Social-Media-Kampagnen zu hinterfragen.

Facebook Marketing

Die Person Thomas Schwenke reicht schon als Garant für eine "ausgebuchte" Session. Wie schon im letzten Jahr hat er juristische Hintergründe spannend und unterhaltsam verpackt, so dass Themen wie AGBs oder was-ist-auf-Facebook-erlaubt Spaß machen.

Unterlagen zur Session können unter http://www.facebook.com/schwenke.dramburg nachgelesen werden. Der Gruppe habe ich mein "Like" verpasst - sicherlich nicht als einziger...

Community-Management

Silke Schippmann hat über Erfolgsmessung und Prozessoptimierung beim Community-Management mit viel Erfahrung berichtet und wertvolle Tipps gegeben. Der große Raum war voll. Auch bei Silke ist der Name inzwischen Programm...

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Die Feedback-Runde

Von zweihundert angemeldeten Nutzern sind siebzig nicht erschienen ohne sich abzumelden. In der Feedback-Runde haben wir nach Gründen gesucht, warum so viele Leute angemeldet waren und nicht gekommen sind. Siebzig Nachrücker hatten somit keine Chance und haben ein echt tolles Wochenende verpasst.

Schade, dass diese Fragen schon so typisch sind, dass es dafür einen Begriff gibt: "NoShow-Diskussion".

Abnehmende Reichweite?

Erstaunliche Wirkung von Social Media: Während es der Hashtag #ccb10 an beiden Tagen auf Platz vier der deutschsprachigen Tweets geschafft hat, wird in der Blogosphere kaum über das Camp berichtet, was die nachhaltige Verbreitung des Camps im Netz etwas ausbremst...

Werden Blogs "old-fashioned"? Ich hoffe nicht – und blogge hiermit fröhlich dagegen an ;)
Die Blog-Roll zum Community-Camp findet Ihr hier.

Mein persönliches Resümee

Wie schon im letzten Jahr war es wieder ein tolles Community-Camp! Ich habe dort "alte" Camp-Freunde wieder getroffen und tolle neue Bekanntschaften geschlossen.

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"@RoliRi, bitte melden"

Ein Twitterer, der mir schon länger durch seine informative Berichterstattung aufgefallen ist. An den Tweets konnte ich sehen, dass wir die gleichen Sessions besuchten – anhand seines Fotos aber nicht erkennen. Auf dem Gang haben wir uns dann getroffen und festgestellt, dass wir uns von den Drupal Dev Days kannten. Er betreibt ein Handwerker-Blog mit Drupal – wie schön!

Ansonsten hatten wir eine unterhaltsame Hin- und Rückfahrt mit Sandra Roggow und Nina Galla. Ich freue mich schon auf das #ccb11 :)

Vielen herzlichen Dank an die Sponsoren, die das Camp ermöglicht, und an das Team, die die Teilnehmer jederzeit unermüdlich, freundlich und aufmerksam mit versorgt haben! Ihr wart toll!!

 

Fotos

Vielen Dank für die Genehmigung, die Fotos hier verwenden zu dürfen an Christian Rasch, HCR-Media und Blogging Dagger (Flickr)

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Kommentare

@kassanja: Wenn ich Deinen

@kassanja:
Wenn ich Deinen Kommentar liken könnte, würde ich es tun.

Ich wollte in der Session etwas über "Corporate Blogs" hören - hab ich aber nicht.
Nach "Chefticket" und was bringt das, wo es nur um Facebook und Kampagnen ging und in keinster Weise auch nur im Ansatz um Corporate Blogs und Corporate Blogging, war ich ziemlich frustriert.
Und auch mir fiel der arrogante Unterton auf.

Schade finde ich auch, Ralf, dass Du in keinster Weise auf Kassanjas Kommentar eingehst, sondern schlichtweg Eigenwerbung für Deinen nächsten Vortrag machst...

Pingback

[...] http://www.comm-press.de/blog/mission-rsche-raumschiffen-drupal-auf-dem-community-camp-berlin [...]

gesagt habe ich das, ja? ;-)

"Von SEO habt ihr bestimmt schon mal was gehört, dass ist nämlich voll wichtig bei Blogs"

Ich kann mich nicht erinnern, daß ich das so gesagt habe. Ansonsten danke für die konstruktive Kritik. Ich hätte mich natürlich gefreut, wenn wir deine Kritik am Wochenende auf persönlicher Ebene besprochen hätten. Schade. Aber dieser Mangel an Kommunikation ist ja ein allgemeines Problem. Inhaltlich könnte ich jetzt zu deinem Kommentar noch das eine oder andere zu schreiben, aber das lasse ich lieber, oder?

Pingback

[...] Einige Social Media Berater teilen diese Thesen wohl eher nicht, wie Ralf Hendel in seinem Blogpost treffend zusammenfasste: Ich hatte eher den Eindruck, dass sich anwesende Social-Media-Berater auf [...]

Diskussionsthema für den nächsten Webmontag?

Hallo Kassanja,
danke für Deine Antwort!

Das Thema "Authentizität in Firmen-Kommunikation" beschäftigt mich schon länger und würde auf dem nächsten Webmontag gern eine Diskussion darüber anregen:

  • Kann es authentische Firmen-Kommunikation geben?
  • In welchen Firmen und in welchem Umfang?
  • Welche Erfahrungen haben wir damit gemacht?
  • ... ?
  • ... ?

"Desillusioniert" kann ja auch bedeuten, sich von Illusionen befreit zu haben. Ich würde mich freuen, wenn sich auf dem Webmontag weitere Personen finden, die an einem offenen Erfahrungsaustausch Interesse haben. Hoffe auf Response...

Liebe Grüße,
Ralf

Webmontag

Hallo Ralf,

das bietet in jedem Falle ausreichend Diskussionsbedarf - da bin ich mir sicher. Ich bin beim nächsten Webmontag nicht dabei, aber gespannt auf die Berichterstattung darüber.
Grüße
Kassanja

Hallo Ralf, da Du mich

Hallo Ralf,

da Du mich indirekt zitierst, äußere ich mich gerne zu den oben genannten Mutmaßungen von Dir:

Du schriebst "Sascha Klein hat eine sehr interessante Session zu Corporate-Blogs gehalten". Du kommst zu folgendem Fazit: "Auf jeden Fall eine sehr spannende Diskussion und meines Erachtens sehr mutig von Sascha, den Erfolg und die gängige Praxis von Social-Media-Kampagnen zu hinterfragen."

Damit wären wir beim ersten Problem: Angekündigt war eine Session zum Thema "Corporate Blogs", letztlich war es eine Session zum Thema "Social Media für Einsteiger - und das noch nicht mal eine besonders gute.

Weiterhin schreibst Du: "Ein desillusionierter Kommentar dazu: "Unternehmen wollen doch gar nicht mit ihren Kunden kommunizieren. Sie tun das nur, weil sie müssen." Bemerkenswert!"

Da dieser Kommentar von mir war, würde ich Dich gerne fragen, was genau denn daran "desillusioniert" war? Ich finde das eher "realistisch" und Deine Betrachtung "blauäugig".

Ich erkläre das mal wie folgt: In der Regel wollen Unternehmen ihre Produkte verkaufen und das mit einem möglichst geringem Einsatz. Für die meisten Unternehmen sind die Web 2.0 Plattformen nichts anderes als neue Plattformen für ihre Marketingstrategie.

Ich möchte den "Community-Managern" nicht absprechen, dass diese wirklich ein Interesse am Dialog haben (denn dieses haben sie ganz sicher), aber sind es die Community-Manager die Unternehmensentscheidungen treffen? Glaubst Du ernsthaft, dass Vorstände & Co. sich hinsetzen und sich das in den Communities gesammelte Feedback durchlesen, geschweige denn umsetzen?
Diese Fälle mag es in sehr geringer Anzahl geben, aber mit Sicherheit ist der Einsatz von "Social Media" nicht mit der Motivation und dem Drang nach Kundenfeedback zu bewerten. Noch nicht. Es ist natürlich wünschenswert, dass es mal dazu kommt und es gibt mit Sicherheit Bereiche (z.B. NonProfit) wo dies auch passiert, aber am Ende geht es kommerziellen Unternehmen mit allen Aktivitäten immer nur darum ihren Profit zu erhöhen - und das hat sich mit Social Media nicht geändert. Hinzu kommt, dass Unternehmen dem Druck ausgesetzt sind "jetzt auch Social Media zu machen, weil das alle machen" und Kunden eine neue Macht haben: nämlich ihre Meinung öffentlich kundzutun - im Positiven, wie auch im Negativen. Ich persönlich finde das äußerst positiv, gebe aber zu Bedenken, dass die meisten Unternehmen darüber nicht besonders erfreut sind. Seiten wie @telekom_hilft sind kein Zugeständnis an den Kundendialog, sondern nur eine angemessene Reaktion auf die Kunden, die sich öffentlich äußern. Wäre der Telekom wirklich an einem qualitativen Kundensupport gelegen, würden sie den Service ihrer Hotline auch verbessern. Nach meiner Info ist das nicht so.

Weiter schriebst Du:

"Vielleicht waren es einige auch Leid, für Mißerfolge Ihrer Kunden – und damit ihrer Projekte – "gebasht" zu werden: Neben der "üblichen" Twitter-Berichterstattung enthielt der Stream zur Session Kommentare wie "Langweilig" und "Ach, wäre ich doch shoppen gegangen". Meines Erachtens entsprach dies in keinster Weise der spannenden Session. Ich hatte eher den Eindruck, dass sich anwesende Social-Media-Berater auf den Schlips getreten fühlten."

Ich hatte nicht den Eindruck, dass sich die anwesenden Berater auf den Schlips getreten fühlten. Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass sie enttäuscht von dem Niveau der Diskussion und Moderation waren. Ich fand Sascha Klein unangemessen überheblich, anders kann ich mir nicht erklären, dass er Barcamp Teilnehmern (bei denen ein Mindestmaß an "digitalem Vorwissen" vorauszusetzen ist) sagt: "Von SEO habt ihr bestimmt schon mal was gehört, dass ist nämlich voll wichtig bei Blogs". Eine wirklich bahnbrechende Erkenntnis! Mal im Ernst: Mit solchen Aussagen spricht er den Sessionteilnehmern jegliche Kompetenz ab, das fand ich mehr als unangemessen.

Nimm es mir bitte nicht übel, aber ich war von dieser Session echt enttäuscht. Dieses Feedback bezieht sich ausschließlich auf diese besagte Session (das muss ich noch mal klarstellen!) und nicht das Communitycamp an sich.

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