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Impressionen vom dritten BarCamp Hamburg

Da ich in der “BarCamp”-Szene relativ neu bin, habe ich auf dem Berliner CommunityCamp zum ersten Mal vom Hamburger BarCamp gehört. Angeblich waren die 400 Plätze in Hamburg schon innerhalb der ersten vier Stunden nach Eröffnung der Anmeldung ausgebucht! Ich habe mein Glück dennoch versucht und befand mich dann auf der Warteliste “unter ferner liefen”. Immerhin bekam ich für das Auftakt-Event am Vorabend der beiden eigentlichen Camp-Days eine Sofort-Zusage und habe gehofft, darüber noch “reinrutschen” zu können. Außerdem habe ich mir sagen lassen, dass viele Teilnehmer innerhalb der letzten drei Tagen absagen, und so gute Chancen bestehen.Tatsächlich habe ich am Freitag eine Mail erhalten, dass ich Nachrücker geworden bin – Super! Als ich dann Freitag nach Feierabend den genauen Ort und Zeitpunkt der Auftaktparty nachschauen wollte, traf mich der Schlag: Das Camp war nicht Freitag / Samstag / Sonntag sondern Donnerstag / Freitag / Samstag. Mist – nichts wie los… Hektik also.

So traf ich Freitag pünktlich zur Abschluss-Session ein: Eine Powerpoint-Karaoke, die wahrscheinlich witzig war – allerdings in keiner Weise meiner Stimmung entsprach…  Schade!

Samstag war dafür aber klasse. Ich habe einige bekannte Gesichter aus Berlin wieder getroffen und – natürlich – eine Menge inspirierender Sessions erlebt.

Die erste Session bezog sich auf “Wireframes”: Methoden zur Visualisierung von Webseiten anhand geskribbelter Layouts bzw. EDV-gestützter Dokumente. Nützlich zum Test der Usability und für frühe Rückmeldungen der Nutzer. Programme sind z.B. Balsamiq Mockup (ca. 80 US$), Axure (ca. 600 US$), Microsoft Visio aber auch SmartDraw (FreeWare). Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich seinerzeit Entwürfe in Photoshop gebaut habe: Zeitintensiv und kontraproduktiv, da der Kunde eine Reinzeichnung erhält, die aus seiner Sicht ein Layout darstellt. Viel besser sind Entwürfe, die als functional-layouts unmittelbar erkennbar sind. Am besten hat mir Balsamiq Mockup gefallen. Der Referent verglich die Grafiken sehr treffend mit Texten in der Schriftart “MS Comic Sans”: leicht naiv wirkende Skizzen, die aber sehr aussagekräftige Bedienelemente und Symbole beinhalten.

Danach nahm ich an einer Session zu FaceBook Connect teil, einer API zur “Mehrwert-Anmeldung” auf diversen Seiten über einen zentralen FaceBook-Account. Stichwort “portable Identität”: einige Webseiten bringen raffinierte Mehrwert-Dienste mit, indem sie den User aktivieren, seine bestehenden FaceBook-Freundschaften auf der neuen Seite mit einzubringen. Dies kann z.B. in Form von Gewinnspielen geschehen, bei denen der User eine Reise für zwei Personen gewinnen kann: für sich selbst und einen Kontakt aus seinem Freundeskreis.
Interessant auch die Deutung des Status sozialer Netzwerke: Aktuell befinden wir uns in der Phase “sozialer Kolonisation”. In dieser Phase kolonisieren die Netzwerke Ihre User indem sie sich sich den Markt aufteilen. Es folgen die Phasen “sozialer Kontexte” und “sozialen Kommerzes”. Die letzte Phase zeichnet sich durch soziales Targeting aus: quasi das Affiliate-Marketing innerhalb sozialer Netzwerke. Werbung, die “quasi-natürlich” über den Trust sozialer Beziehungen funktioniert.
Für Drupal existiert (natürlich) schon das passende Modul “FaceBook Connect”, mit dem sich Nutzer über FaceBook an einer Drupal-Seite anmelden können. :-)

Zum Schluss habe ich dann noch an einer inspirierenden und witzigen Session zum Thema “Affiliate Marketing” teilgenommen. Aus einer vorherigen Session fanden sich drei Teilnehmer als Moderatoren zusammen und vertieften das Thema bzw. boten Anfängern die Möglichkeit zu “dummen Fragen”. Ausgehend von dem Thema “dropped Cookies”, dem wüsten und unqualifizierten Verbreiten von Affiliate-Cookies, wurden einige Grundtechniken erläutert und diskutiert. Die zum Teil sehr unterschiedlichen Herangehensweise der Moderatoren waren sehr unterhaltsam. Axel, der Betreiber von kfz.net sprühte vor Ideen, von denen einige als “blackhat” – d.h. auf der “Ethik-Skala” eher im dunkelgrauen Bereich angesiedelt - empfunden wurden.
Egal wie man dazu stehen mag – es war sicherlich interessant zu sehen, mit welchen Methoden im Web auf der einen Seite um Cent-Provisionen gekämpft wird, und wie sich Anbieter auf der anderen Seite davor schützen können.

Es braucht wohl nicht erwähnt zu werden, dass auch dieses Camp wieder von einer ausgesprochen freundschaftlichen und fruchtbaren Atmosphäre der Teilnehmer untereinander getragen wurde. Wie von selbst lernt man interessante und nette Menschen kennen. Auf dem Camp habe ich erfreulicherweise den Betreiber des Blogs Magerfettstufe endlich auch in der wirklichen Welt persönlich kennengelernt. Seine Beiträge haben mich seinerzeit mit dazu motiviert, mein eigenes privates Blog zu betreiben.

Erwähnt werden müssen auf jeden Fall die tollen Räume und der großartige Catering-Service, den der Veranstalter – Otto Versand – auf die Beine gestellt hat. Danke auch an die Organisatoren!

Es steht zu befürchten, dass die vierhundert Plätze im nächsten Jahr noch schneller ausverkauft sein werden.

 

Twitter-Feed zum Camp unter http://twitter.com/#search?q=%23bchh09.

Kommentare

Danke nochmal für die

Danke nochmal für die Inspiration bzgl. Wireframe-Tools. Ich habe einige Zeit mit Balsamiq Mockups herumgespielt und bin dann auf Mockingbird gestoßen. Läuft im Browser, schlank und schnell, sehr vielversprechend. Fehlen "nur" einige Export-Funktionen. Aber irgendwa ist ja immer :-) http://gomockingbird.com/

 Schöne Zusammenfassung. Hier

 Schöne Zusammenfassung. Hier noch ein freies Tool für Wireframes/Prototypen:
http://www.evolus.vn/Pencil/

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