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Ich mag social media doch!

Ich muss das jetzt ja mal richtig stellen: Ich habe nichts gegen social media. Ich finde social media sogar eigentlich ganz toll. Nur meine ich, dass man im Umgang mit social media vorsichtig sein sollte. Und jetzt habe ich drei mal social media geschrieben (vier) und kriege wieder mal einen Brechreiz bei den Anglizismen in der deutschen Sprache. Soziale Netzwerke. Jetzt geht’s wieder. Keine Anglizismen mehr für heute!

Gesichtsbuch, Zwitscher, Xing und StudiVz

Die genannten verbinden mich mit immer mehr Menschen in immer mehr Ländern der Welt, die ich mal getroffen, mich lange begleitet oder ich noch nie getroffen, doch trotzdem lieb gewonnen habe. Medial werden seit Jahren schon Grenzen zwischen Ländern eingerissen und räumliche Trennungen überwunden. Wie das Zusammenleben und die Wertevorstellungen davon beeinflusst werden ist ein wahnsinnig interessantes, aber auch ein anderes Thema.

Wie gesagt fallen Grenzen und räumliche Trennung zusehends weg, ich weiß dank Gesichtsbuch wie bei Karsten und Ralf das Wetter vor dem Fenster ist, dank StudiVz warum Nadines Umzug stressig wurde und mir wird gezwitschert, wo heute Abend Fußballgucken angesagt ist.

Dichterisch angehaucht könnte man sagen: Ich öffne ein Fenster und schaue hinein was das Leben der Anderen macht. Wie groß das Fenster ist, wie durchsichtig und welche Farbe es hat kann jeder selbst entscheiden, wenn er die nötige Zeit für die Entwicklung nötiger Kompetenz mitbringt.

Das mag Gefahren bergen, aber die Möglichkeiten sind gewaltig und lange noch nicht erschöpft. Zu prognostizieren wieweit die Entwicklung gehen wird, etwa ob wir nicht irgendwann alle nur noch durch Surrogates wie Bruce Willis im gleichnamigen Film kommunizieren oder bloß noch in Tanks rumliegen wie in Matrix, ist wahnsinnig interessant.

Genauso wie die Netzwerke Fenster zu dem Leben des Einzelnen sind, sind sie auch in ihrer Gesamtheit ein kleines Fenster zur Zukunft.

Soziale Netzwerke im Fokus der Wirtschaft

Auch die Wirtschaft hat die Möglichkeiten in den letzten Jahren kennen und schätzen gelernt. Das hört längst nicht mehr bei Werbung auf, immer mehr Firmen schauen sich die Netzwerkprofile ihrer Bewerber an. Dumm wer da die Fotos der letzten Party noch im Vollrausch selbiger ins Netz stellt. Dümmer wer im Alkoholrausch selbst drauf ist, am dümmsten wer sie für alle sichtbar macht.

Der Fokus schafft Möglichkeiten, so kann man immer mehr Firmenprofile in Netzwerken finden, da Firmen in diesen Bereich investieren und extra Mitarbeiter zum Pflegen der Profile beschäftigen.

Die Kommunikation innerhalb von Firmen via Netzwerke nimmt auch immer mehr zu, nicht mehr lange und viele Firmen haben ein eigenes, mit Verknüpfung nach außen.

Verknüpfungen einzelner Dienste

Vernetzung in der Mikroebene, also zwischen den Individuen ist nicht mehr das Einzige, immer mehr Dienste kooperieren, Icq bietet eine Anzeige von Gesichtsbucheinträgen an, Zwitschereinträgen kann ich zu Gesichtsbuch folgen und das ganze dann noch über mein Handy abstimmen.

Mal gucken wann ich alles auf einer Internetseite habe und in mehreren Diensten gleichzeitig das gleiche schreiben kann. Der ein oder anderen am Gespräch beteiligten Frau würde das vermutlich gar nicht auffallen.

Übrigens schon mal aktiv gegen Anglizismen gewehrt? Anstrengend so was.

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