Vergangenes Wochenende hat es mich nun nach Prag verschlagen, wo das Drupal Design Camp 2010 stattfand. Dies war das erste Drupal Camp, das sich eines speziellen Themas angenommen hat, und trotz oder gerade wegen dieser Spezalisierung hat es über 100 Teilnehmer angelockt, aus diversen Ecken Europas und sogar aus Übersee. Verantwortlich hierfür waren Marek Sotak und Morten Heide, der bereits für die DrupalCon Kopenhagen mitverantwortlich war und wohl eher bekannt ist als mortendk.
Organisation
Und immer wieder bereitet es mir Freude, an einem Camp teilzunehmen, das einfach bestens vorbereitet ist. Besonders hat mich die Mail im Vorwege gefreut, die nicht nur alle Rahmendaten und Adressen enthielt, sondern auch die Hinweise zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, denn diese stellen einen Camp-Teilnehmer erfahrungsgemäß in jeder unbekannten Stadt neuerlich auf eine harte Probe, zumal in einem Land, dessen Sprache man nicht beherrscht.
Nicht nur die Stadt war sehr gut gewählt (Welche Stadt ist schon schöner als Prag? Berlin sicherlich nicht ;-)), sondern auch der eigentliche Veranstaltungsort: ein Kino, genau genommen das Atlas Kino. Statt Avatar war dieses Mal also Drupal-Design und -Theming angesagt, was zwar ähnlich blau ist, aber dafür deutlich mehrdimensionaler.
Und das Essen war lecker! Jetzt habe ich auch Korbáčiky kennengelernt.
Community
Dieses Camp war ein wirklich internationales Event. Ich habe nicht nur Drupaler aus der Tschechischen Republik oder Deutschland kennengelernt, sondern auch aus Slowenien, Serbien, USA, Österreich, Niederlande, Schweden, Dänemark, Ungarn, Frankreich sowie weitere Weltbürger. Wenn ich an das CommunityCamp in Berlin vorige Woche mit seinen ebenfalls gut einhundert Teilnehmern zurückdenke, komme ich für mich zu dem Schluss, dass diese Anzahl die ideale Größe für derartige Veranstaltungen ist, da man noch nicht in der anonymen Masse untergeht.
Einmal mehr zeigte sich, dass jedes Camp seinen ganz eigenen Teilnehmerkern hat. Während der Community-Manager nicht ohne Smartphone und der Developer nicht ohne Notebook auskommt, spitzt der Designer und Themer noch gerne ohne technische Hilfsmittel die Ohren, um erst anschließend in die Tasten zu hauen.
Die abendlichen Locations waren gut gewählt und haben den Wohlfühlfaktor weiter verstärkt. Dazu hat aber auch sicher die Stadt beigetragen. Prag ist einfach einzigartig!
Sessions
Nach einer sehr ;-) kurzen Einführung durch Morten in die Veranstaltung folgten unter anderem eine Session von Marek, der uns Theming in Drupal 7 näherbrachte. Bojhan Somers, UX-Maintainer für Drupal 7, berichtete über Verbesserungen der Usability in Drupal 7.
Am Samstag begann eine allgemeine Diskussionsrunde darüber, wie das HTML/CSS von Drupal weiter verbessert werden kann. Auf dieser Grundlage moderierte Thomas Moseler am Sonntag eine Session mit dem Thema, wie man den Anteil der Kreativen in der Drupal-Szene erhöhen kann, denn unter den Anwesenden waren in erster Linie Frontend-Entwickler. Dies führte zu einer angeregten Diskussion darüber, ob man auch solche Designer in die Community hineinziehen sollte, die mit Drupal selbst eigentlich gar nichts zu tun haben. Die pragmatische Mehrheit sprach sich dafür aus. Als Resultat dieser Diskussionen ergab sich die Gründung des Projekts Designer Starter Kit. Mit diesem Installationsprofil sollen Designer dann einen leichten Einstieg in Drupal finden, indem sie ein "leeres" Theme nach ihren Vorstellungen bearbeiten können.
Interessiert war ich daran, wie Microsoft zu seinen Browsern steht und dem Umstand, dass der Internet Explorer nach wie vor fest ins Betriebssystem integriert ist. Die (für mich) wenig überzeugende Antwort auf die letztgenannte Frage war, dass das Betriebssystem auf einige Bestandteile des Browsers zugreift und es sehr schwer bis unmöglich sei, dies zu entkoppeln. Sollte es nicht eher so sein, dass der Browser auf einige Bestandteile des Betriebssystem zugreift? Ansonsten muss man aber anerkennen, dass Microsoft in anderen Bereichen lernwillig ist und zugibt, dass auch der IE8 alles andere als das Gelbe vom Ei ist. Der IE9 wird ohne Frage um einiges besser sein.
Schließlich stellte noch Andrew Larcombe OpenLayers vor.
Nebenbei habe ich an diesem Wochenende gelernt, dass man tatsächlich niemals XXX als Platzhalter verwenden sollte, auch wenn es denjenigen ehrt, der es arglos verwendet :-)
Fazit
Mein persönliches Fazit: Ich hatte sehr viel Spaß, sehr viel Input, interessante Gespräche mit netten Gesprächspartnern und besitze ein weiteres T-Shirt, dessen Aufdruck kaum ein Mensch versteht, aber wen kümmert's? :-)
Und last but not least bleibt festzuhalten, dass der Austragungsort für das Drupal Design Camp 2011 bereits feststeht, was allerdings etwas arg spontan festgelegt wurde: Berlin! Wann kann man die Tickets buchen?
Aus aktuellem Anlass noch diese Anmerkung: Das Drupal Design Camp Berlin 2011 (im Sommer und noch ohne festen Termin) ist nicht zu verwechseln mit dem Drupal Camp Berlin 2011, das am 14./15. Mai stattfinden wird.





















