Wichtige Blog-Posts zu dem Thema sind:

Was ist ein App Store?

Apple hat mit seinem App Store eine Idee losgetreten und nach gut einer Milliarde Downloads muss man einfach anerkennen, dass diese Methode funktioniert. Dies ist allerdings für Handys gedacht und in Drupal muss man erst einmal klären was genau geschehen soll. Vielleicht sollen die Module von drupal.org verkauft werden. Vielleicht andere Module. Vielleicht Feature-Pakete oder Installationsprofile. Was genau in Roberts Session geschehen soll ist fraglich. Interessant ist, dass er "droopy" geschrieben hat und nicht Drupal, was auf Probleme bei der Verwendung der Marke "Drupal" hinweisen soll. Für Wordpress gibt es seit Kurzem einen App Store, der Module verkauft, die frei unter der GPL im Netz stehen. Diesen können Sie bitte per Google suchen, ich will dazu keinen Link setzen.

Genaueres gibt es zur Zeit nicht zu dem Thema und alles ist Theorie und viel Aufregung.

Chance

Man muss mit Open Source Geld verdienen können und Entwickler müssen für ihre Tätigkeit bezahlt werden. Alles andere ist völlig absurd. Allerdings ist es auch so, dass wir in einer Art Symbiose arbeiten, wenn wir Open Source ernst nehmen und unser Wissen nicht zurückhalten. Das Wissen zu vermitteln wird uns keine Konkurrenz einbringen, sondern ist ein Nachweis für solide Arbeit und auch den Willen, sich selbst weiterzuentwickeln. Deshalb schult man sich in Drupal und sieht jedes gute Drupal-Projekt auch als Werbung für sich selbst.

Die Chance besteht darin mit der freiwilligen Arbeit Geld zu verdienen. Man steckt viele Manntage in ein Modul und stellt der der Gemeinde zur Verfügung, die mit diesem Modul indirekt oder vielleicht direkt Geld verdient. Aber von diesem Geld sieht man meist nichts. Man bekommt vielleicht Spenden, aber davon können keine Module entwickelt werden die Mannmonate verschlingen. Das Beste, was man von der Gemeinde bekommen kann, ist Zeit, und diese Zusammenarbeit funktioniert recht gut in Drupal, deckt aber keine Kosten.

Die Chance besteht also darin zu versuchen, einen Service anzubieten und über diesen regelmäßige Einkünfte aus seinen Modulen zu erzielen. Gerade bei kleineren Dingen, die schnell und direkt helfen, ist vielleicht die Hemmschwelle gering, 1,99 € zu bezahlen. Verkaufe ich das tausendmal im Monat, ist das eine ansehnliche Summe. Und von dieser gibt man dann einen Teil an eine gemeinnützige Stelle, wie die Drupal Association oder Drupal Initiative, und alle sind glücklich.

Im Allgemeinen verdient man aber mit Service Geld im Open-Source-Bereich. Wenn der Verkauf von Modulen vielleicht eine dumme Idee sind, da sie von vielen gemeinsam entwickelt werden, ist es vielleicht gut, einen Weg zu finden, ein Service Paket zu schnüren und dieses zu verkaufen. Hier ist die Rede von Drupal Features und Installationsprofilen. Ein Feature ist eine spezielle Drupal-Konfiguration, die z.B. eine Bildergalerie oder eine Terminverwaltung sein könnte. Ein Installationsprofil kann aus diversen Features bestehen und stellt eine komplette Drupal-Installation dar. Der Gedanke ist also eine spezielle Drupal-Version zu erstellen, die man sonst von Hand für jeden Kunden neu machen würde, und diese standardisiert zu verkaufen.

Untergang

Wem gehört der Drupal-Quelltext? Und wem der der über 7.000 Module? Dies kann man nicht eindeutig klären. Also ist auch nicht zu klären, wer genau das Geld für den Verkauf eines Moduls bekommt. Und die Module sind quelloffen. Selbst wenn nun ein Store käme und man neue Module schreiben müsste, könnte man sich einfach am vorhandenen bedienen und kopieren. Wer soll denn schon all die GPL-Verstöße überprüfen und gerichtlich verfolgen? Das wäre auch eine einzige Katastrophe für die Gemeinde, da damit jeder faire Umgang zu ende wäre. Joomla hat dies erlebt und es war eine einzige Katastrophe.

Sind also Features eine Lösung? Vielleicht sind sie das, wenn es nicht dazu führt, dass jeder allein seine eigenen Produkte herstellt und das Hauptprojekt trotzdem noch weiter im Fokus aller steht. Es könnte dazu führen, das sich quasi Forks bilden und die Community auseinander treibt. Und wie geht man damit dann um, wenn sich die Entwickler zweier Distributionen streiten und nicht zusammenarbeiten wollen? All diese Dinge werden große Unruhe, Neid und Angst in die Gemeinde bringen. “fear is the path to the dark side. fear leads to anger. anger leads to hate. hate leads to suffering. ~ yoda

Meine Meinung

Meine private Meinung zu der ganzen Geschichte ist eher gegen einen App Store, da ich einfach nicht weiß, wohin es führen soll, außer dass es die Gemeinde auseinander driften lässt. Ich habe auch ein Problem damit, wer den Shop betriebt. Wenn es z.B. die Drupal Association wäre, würde ich es so empfinden, als wenn Drupal nun zu Amerika gehört und sich weiter weg von Europa bewegt. Eine Firma wäre einfach nur ein schlechtes Zeichen. Und Acquia kann einfach nicht so dumm sein.

Ich habe mich allerdings noch nicht völlig dagegen entschieden, weil ich Robert Douglass für schlau halte und denke, dass er der Gemeinde irgendetwas mitteilen möchte, das Bedeutung hat. Das wird keine Werbeveranstaltung für den droopy Shop sein.

Wir alle sollten uns darauf konzentrieren, dass wir weit an Drupal arbeiten und uns nicht jetzt schon von Verteilungsängsten zu Grabenkämpfe bringen lassen. Einfach abwarten, was passiert. Drupal können wir auch morgen immer noch forken ;)