Der Webmontag ist zurück! Einen herzlichen Dank an das Team um Stefanie Rückert, bestehend aus Daniel Neuberger, Kristin Oldenburg und Marco Schüller, dass sie die Initiative ergriffen und den Webmontag nach mehrmonatiger Pause wieder auf die Bühne der Hamburger Event-Landschaft zurückgeholt haben!
Am 25.10. fand die "Pre-Opening: Der neue Webmontag im betahaus" statt, auf der Karsten seine neue "Drupal ist Community"-Session gehalten hat.
Mit rund 100 vorangemeldeten Teilnehmern legte die "Pre-Opening" einen steilen Start hin. Für mein Empfinden kamen sogar wirklich siebzig bis achzig Teilnehmer. Nachdem zwei Vorträge statt fanden, löste sich das Plenum in kleinere Grüppchen und die Veranstaltung langsam auf. Wir dürfen also zurecht auf die "Opening" am 29. November 2010 im Otto Forum gespannt sein :-)
Drupal auf dem Webmontag
Der neue Vortag von Karsten ist weniger technisch gehalten und zielt stärker auf die Community ab: Drupal ist nicht die Software, Drupal sind die Köpfe innerhalb der Community, die ihre Konzepte untereinander diskutieren und auf den Prüfstand stellen. Gute Konzepte setzen sich dabei durch. Erst dieser Wettbewerb der Konzepte garantiert dauerhaft die Nachhaltigkeit Drupals.
Karsten hat dabei auch die Interaktion und Kommunikation mit den anderen Bestandteilen in der OpenSource-Landschaft betont. Seit seinem Besuch letzter Woche auf der Hamburger Typo3-UserGroup kommt auch Typo mit dazu.
Themen Vorschlag: "Corporate Social Media - Illusion oder Chance?"
In einem Feedback-Post hat @soulstewmartin die Frontalvorträge kritisiert und sich Angebote zur Teilnahme gewünscht. Gute Idee - Für den nächsten Webmontag würde ich gern eine Diskussion über Corporate Social Media anregen.
Als Grundlage stelle ich einige Thesen in den Raum, die nicht unbedingt meine eigene Meinung wider spiegeln:
"87% der Social Media Projekte scheitern."
Anlässlich der Diskussion Warum Social Media Projekt scheitern beim Social Media Club Hamburg wurde eine Antwort versucht: Man weiß heute halt noch nicht sicher, was funktioniert. Wir erleben zum Glück so etwas wie eine Evolution der Kampagnen: Durch Misserfolge erhalten alternative Strategien ihre Chance, die dann durchaus erfolgreich verlaufen können.
So werden stets auch andere Wege abseits der ausgetretenen Pfade versucht. Kampagnen bleiben damit immer auch einen Hauch künstlerisch.
Beraterfrust als Quelle reflexartiger Beraterkritik?
Sind manche Kampagnen bei gründlicher Betrachtung möglicherweise gar nicht erfolglos? Roland Panter fragt sich in "Kritikerkritik", ob sich Social Media Beratern einem inneren Zwang folgend kollektiv auf jedes große Projekt stürzen, um es zu verreißen: "Ich bin doch ein ganz großartiger Berater, warum hast Du nicht mir den Auftrag für dieses tolle Projekt gegeben? Die machen das doch alles total falsch!"
"Unternehmen wollen gar nicht mit ihren Kunden kommunizieren."
Auf eben dieser Diskussion hat Sven Wiesner Social Media als "Schenkelöffner für Agenturen" bezeichnet. "Wenn im Pitch nicht drin steht, dass wir auch Social Media machen, bekommen wir den Auftrag von vornherein nicht."
"Unternehmen wollen doch gar nicht mit ihren Kunden kommunizieren. Sie tun das nur, weil sie müssen." äußerte eine Teilnehmerin auf dem Community-Camp in Berlin in einer Session zu Corporate Blogs. Unternehmen kommunizieren also bestenfalls gequält mit ihren Kunden, weil die anderen Unternehmen es ebenfalls tun.
Vor fünfzehn Jahren wurden aus den selben Gründen schlechte Websites erstellt.
Ist der Misserfolg damit heute schon vorn herein fest eingebaut?
"Ist Social Media Marketing ein Widerspruch in sich?"
Kann Corporate Social Media als Marketing-Instrument zur Erhöhung der Sichtkontakte funktionieren? Über den Reiz von Gewinnspielen hinaus haben Konsumenten ein Interesse, mit ihren Bedürfnissen erhört zu werden. Wenn Unternehmen Social Media als reinen Sendekanal verwenden, wird sich unter den Empfängern Unzufriedenheit breit machen.
"Glaubwürdigkeit als Währung von Social Media?"
Glaubwürdigkeit stellt wohl keine quantitativ messbare Größe online geführter Kommunikation dar. Glaubwürdigkeit eines Unternehmens wird aber sicherlich zu Markenbindung und -identifikation führen.
Lässt sich also mit Glaubwürdigkeit als Kennzahl für Erfolgsmessung arbeiten?
Kann es authentische Firmen-Kommunikation überhaupt geben?
Seit geraumer Zeit beschäftigt mich das Thema "Authentizität in Firmen-Kommunikation":
- Kann authentische Kommunikation von Firmen überhaupt gelingen?
- Wenn ja, in welchen Firmen und in welchem Umfang?
- Welche Erfahrungen haben wir mit Corporate Social Media gemacht?
Erfahrungen sowohl als Berater wie auch als "Konsument"? - Haben wir Erfahrungen bei der Einführung solcher Prozesse?
Immerhin greifen solche Prozesse tief in die internen Strukturen der Firmen ein.
Passend dazu der Beitrag Mythos Social Media. Ein Medium -- und was es (nicht) kann. In seinem Blog-Beitrag stellt Thomas M. Ruthemann acht Thesen zu den Grenzen von Social Media in den Raum.
Unter anderem identifiziert er "Angstkultur" als Blocker. Ein Unternehmen sollte seinen Mitarbeitern trauen und sich von Angst vor freier Meinungsäußerung befreien. Interessant: Social Media nicht nur als Kommunikationskanal zu Kunden, sondern auch zu Mitarbeitern bzw. zwischen Mitarbeitern und Kunden des Unternehmens.
Der Löffel der Weisheit
Bei der Diskussion lege ich Wert darauf, nicht mit vermeintlichem Beraterwissen aufzutreten - das ich mir im übrigen auch gar nicht anmaßen möchte. Mir geht es darum, unter den Anwesenden eine Diskussion und einen offenen Erfahrungsaustausch anzuregen, um Kunden dabei zu helfen, ihre Kommunikation im Netz besser führen zu können.
In einem Kommentar wurde mir Blauäugigkeit nachgesagt.
Ja, das stimmt - und diese Eigenschaft möchte ich mir gern noch lange erhalten!
Fotos vom letzten Event
Danke an Henrike Schunck, die die Fotos geschossen und uns für diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.
Eine Galerie mit weiteren Bildern vom Event findet sich auf der Website des Webmontags.






















