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Bericht von den Drupal Developer Days 2011, Brüssel

Bericht von den Drupal Developer Days 2011, Brüssel

Vom 4.2 – 6.2.11 fanden die ersten Drupal Developer Days in Brüssel statt.

Während am 4.2 noch ein Codesprint als Pre-Event stattfand, begannen die eigentlichen Dev Days am 5.2.

Da wir erst gegen 11 Uhr die Vrije Univerität erreicht hatten, verpassten wir leider den ersten Session-Slot.

Der erste Tag wurde von eher politischen Veranstaltungen bestimmt.

Den Anfang machte eine interessante informelle Diskussionsrunde über den Stand der Vorbereitungen zur DrupalCon 2012 in Deutschland. Leider blieben die Ergebnisse der Session eher unklar und es blieb bei einem deutlichen „JEIN“ zur Drupal Con.

Die Sorge vieler Anwesender war:

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  • wie viel Entscheidungskompetenz über die Organisation der Con innerhalb der deutschen Community und in Hand der Drupal Initiative bleibt bzw.
  • ob die DA der Community die Inhalte, den Austragungsort und die gesamte Organisation diktiert und die Community zu einem rein ausführenden Organ macht.

Damit genau dieses Negativszenario nicht eintritt, bedarf es einer aktiven Community, die bereit ist, die Organisation schon frühzeitig zu übernehmen bzw. an ihr teilzuhaben.

Es bleibt abzuwarten, wie in den kommenden Monaten die Entwicklung weitergeht und ob sich genügend Volunteers finden, damit die DevCon 2012 in Deutschland Realität werden kann und zu einer erfolgreichen Veranstaltung wird, an die sich die Community weltweit gerne erinnert.

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Die nächste kontroverse Session war die Präsentation von Robert Douglas „Sell Your Code: Announcing the DroopyAppStore “. Die Session hatte bereits kurz nach ihrer Ankündigung in der Community hohe Wellen geschlagen und für Gesprächsstoff gesorgt.

Für einen Überblick der Diskussion im Vorfeld empfehle ich den Beitrag von Karsten.

Aber was hat Robert nun gesagt?

Der Grundtenor seiner Session war, dass Drupal neue Absatzwege und Marketing-Ideen benötigen würde. Drupal sei für die Endanwender zu kompliziert. Die Endanwender wollen nur ein einfaches System, das ihnen die Funktionalitäten bietet, die sie für ihre Zwecke benötigen.

Als Beispiel brachte er den Fall eines Bloggers, der von den Erfahrungen seines Vaters berichtete: Der Vater hätte gerne Drupal eingesetzt, aber Joomla bot ihm ein besseres Komplettpaket, das er für einen fixen Betrag im Joomla AppStore kaufen konnte. Die große von Robert gestellte Frage ist, welche Systeme sich durchsetzen werden – die besten oder die einfachsten mit den anwenderfreundlichsten Paketen, in denen der Endanwender „nur“ noch einen Downloadknopf drücken braucht.

Was Robert aber meiner Meinung nach nicht thematisiert hat, ist die Frage, ob ein Appstore der Community an sich nützt oder nur eine tolle Geschäftsidee für einzelne Unternehmen darstellt. Open Source lebt von der aktiven Beteiligung vieler Menschen, die Zeit und Energie in die Entwicklung der Software stecken und dafür sicherlich auch entlohnt werden wollen.

Aber welcher der von Robert genannten „Independent Software Vendors“ würde im Falle eines Appstores fremde Module co-maintainen, wenn er nicht an deren Erlösen beteiligt wäre? Es würde ein Rosinenpicken einsetzen, bei dem sich niemand mehr mit den Orchideen-Modulen beschäftigten möchte und alle nur noch egoistische Ziele verfolgen, wie "Wer hat das meistverkaufte Modul im Portfolio". Die Frage ist also, wer profitiert von dieser Idee?

Die Community wird es meiner Meinung nach nicht sein!

Ja, Drupal braucht anscheinend neue Marketingwege, aber es dürfen keine sein, die die Basis von Drupal gefährden. Geschichte darf sich nicht wiederholen, reine Installationszahlen sagen nichts über den Erfolg und den Rückhalt eines Systems aus!

Aber kommen wir zu weniger kontroversen Themen, es gab am ersten Tag auch noch Sessions über Drupal Development.

Die Fortsetzung meines persönliches Sessionplans bildete die Drupal-Commerce-Session von George Papadongonas: inhaltlich interessant, aber für mich als Einsteiger in Teilen schwer zu folgen und abseits meiner aktuellen Lerninhalte.

Die Lerninhalte spiegelten sich dann doch eher in der darauffolgenden Veranstaltung wieder, der Views 3 Session von Daniel Wehner. Er bot einen etwas improvisiert wirkenden, aber dennoch interessanten Überblick über die neuen Funktionalitäten von Views.

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Meinen persönlichen Session-Abschluss des Tages bot dann der Vortrag von Jakob Persson „Getting early estimates right“. Wie plant man ein Projekt in einer frühen Phase, wenn weder genaue Anforderungen noch klare Zielvorstellungen existieren. Für mich ein sehr gelungener Abschluss, auch wenn ich einige seiner Planungsmethoden aus anderen Quellen schon kannte. Wer mehr über die Inhalte der Session erfahren will, dem empfehle ich diesen Blog, auf den auch Jakob nicht müde wurde hinzuweisen.

Das war der offizielle Teil des ersten Tages.

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Nach einem kurzen Abstecher in unser Hotel – einer sehr spartanischen Backpacking-Unterkunft - ging es in die Brüsseler Altstadt zur Drupal DevDays Night und davor noch in ein nahegelegenes Thai Restaurant.

Die Location war sehr gut ausgesucht, die Getränke günstig, die Musik gut und es hat sehr viel Spaß gebracht, einige Mitglieder der Community fernab von technischen Gesprächen kennen zu lernen.

Gegen 1 Uhr war dann auch dieser Teil des ersten Tages beendet und es ging zurück zu unserer Unterkunft...

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Dev Days Tag 2

Am zweiten Tag hatte ich als erstes die Git Session von Alan Burke besucht. Da wir Git schon als Versionierungssoftware einsetzen, war ich sehr gespannt, ob ich neues kennenlernen konnte. Auch wenn die Session vom Referenten sehr gut vorbereitet und gehalten wurde, war dem leider nicht so - fast alles was gesagt wurde, kannte ich schon, trotzdem hat die Session viel Spaß gebracht – und machte auch Lust auf Git-Funktionen wie Branches, die wir sicherlich auch in Zukunft erfolgreich bei comm-press einsetzen werden.

Wer mehr über Git erfahren möchte, dem empfehle ich die Lektüre folgender Seiten:

Die nächste Veranstaltung "All you need to know about Drupal security" von Jakub Suchy – an sich sehr gut gemacht – erfordete ein Vorwissen, das meinen Kenntnisstand in einigen Punkten überstieg. Da ich bisher noch keine aktuellen Slides gefunden habe, hier ein Slide einer vorherigen, inhaltlich ähnlichen Session.

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Nachmittags gab es dann noch eine SimpleTest-Session von Karsten Frohwein und eine Selenium Session von Carsten Rhein.

Fazit:

Die Drupal DevDays in Brüssel waren ein großer Erfolg, es waren zwei anstrengende, aber sehr interessante Tage. Für comm-press war es außerdem eine Premiere in unserer neuen Mannschaftszusammensetzung - bei der Ricardo Kelling, Carsten Rhein, Tanja Bleck und meine Person das erste Mal eine internationale Drupal-Veranstaltung besucht haben.

Es gab allerdings auch einige Wermutstropfen: Die nur eingeschränkte Verfügbarkeit des WLAN war störend. Und die räumliche Trennung zwischen den Sessionräumen und der Kaffeelounge waren der sozialen Komponente eines solchen Events nicht gerade zuträglich.

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Kommentare

Pingback

[...] und wie wir uns kennenlernten. Der Höhepunkt dieses Community-Aktivitäten war der Besuch der DevCon Brüssel. Meine erste internationale Veranstaltung!Der Zugang zum Arbeiten mit Drupal und dem, was Drupal [...]

Wie gut, dass du den Post geschrieben hast ;)

Ja, was für ein tolles Wochenende war das mal wieder. Liebes Orga Team, ihr habt einen tollen Job gemacht, also seid mir bitte nicht böse, wenn ich ein paar Punkte kritisiere. Kritikpunkte sind wie erwähnt das WLan und dass der Raum zum Treffen nicht direkt bei den Räumen für die Sessions war. Technisch gab es auch diverse Probleme. Die sanitären Anlagen waren auch sehr schnell schmutzig. Das kommt irgendwie oft vor auf den Camps und ich hätte auch keine Lust zum Latrinen Dienst...

Von daher geben ich dem Camp gemessen an München nur eine 6 / 10.

Und sonst war es alles turbolent. Viel Politik und viel Gespräch. Mit Entities zur Weltmacht und am besten übernehmen wir die Queen Mary 2, streichen sie blau an und machen eine Dauer-Convention auf den Weltmeeren.

Bei der Drupal Con Deutschland Geschichte werde ich versuchen die Kommunikation zu verbessern. Ich bin zwar kritisch zu der Sache eingestellt, es gibt aber immer zwei Seiten und ich habe das Gefühl, dass zu wenig dokumentiert und fast gar nicht bzw. einfach nicht öffentlich kommuniziert wird. Und vielleicht wechsle ich noch zur dunklen Seite der Macht ;)

Vom Appstore Vortrag bin ich sehr enttäuscht und weiß noch nicht, wie ich das gerecht zum Ausdruck bringen kann ohne mich einfach nur aus zu kotzen.

VIelen Dank für die Sessions. Meine eigene war recht improvisiert dafür aber auch endlich dynamisch und lustig. Ich denke, dass hat mehr Teilnehmer erreicht als die Simpletest Objekte zu erklären. Und ich bin stolz auf Carsten Rhein sich getraut zu haben, eine Session auf Englisch zu halten!

Ich sprühe voller Lust auf Drupal und Ideen, was man alles machen könnte. :D

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